Warum Kaffee?
Ich glaube ja nicht, dass es das Erdöl ist, auf dem unsere Kultur fußt, und noch weniger glaube ich, dass es die globalen Datenströme sind, die unsere Kultur prägen.
Sondern ich bin der festen Überzeugung, dass es der stete Strom an Kaffee ist, der unsere Welt im Innersten zusammenhält und ohne den sie untergehen würde.
Paris 1832. Es ist Abend, und die wohl schönste Stadt des Jahrhunderts erwacht zu ihrem wahren Leben.
Die Menschen haben gespeist und bevölkern nun die Boulevards, sitzen in den Cafés oder machen sich auf den Weg in die Theater und Salons. Später, wenn die Vorstellungen zu Ende sind, wenn sich die Straßen wieder leeren und die Verzweifelten sowie die Glücklichen nach Hause streben, werden auch sie etwas Ruhe finden.
Denn um Mitternacht schläft ganz Paris. Nur an einer dunklen Tür ertönt ein leises Pochen. Ein Diener ist’s, der Nacht für Nacht dazu bestimmt ist, seinen Herrn zu wecken. Schnell wirft sich dieser eine leichte Kutte über die allzu früh gebeugten Schultern, geht rasch einige Schritte durch sein Zimmer und setzt sich an seinen geliebten Schreibtisch.
Es ist Balzac, der unermüdliche Geist und Schöpfer einer ganzen Welt, der Comédie humaine, für den nun, wenn alle anderen schlafen, der Tag beginnt.
Die Geschichte über Balzac und seinen verrückten Kaffeekonsum war übrigens eine der ersten, die ich für dieses Buch geschrieben habe. Vor allem, weil ich bei Stefan Zweig (einem meiner Lieblingsautoren) darauf gestoßen bin , und zwar in seiner Balzac-Biographie.
Mich hat einfach die Vorstellung fasziniert, dass, während ganz Paris schläft, irgendwo ein einzelner Mensch in seiner Kammer sitzt, Unmengen an Kaffee trinkt und eine Welt erschafft, die fast zweihundert Jahre später noch immer gelesen wird.
Aber um noch einmal auf Stefan Zweig zurückzukommen: Wenn ich über Kaffee schreibe, lande ich früher oder später immer in Wien. Und dort gibt es eine Geschichte, die ich besonders gerne mag.
Sie handelt von Peter Altenberg.
Wobei – eigentlich handelt sie mindestens ebenso sehr vom Café Central.
Im Laufe der Zeit verbrachten viele Wiener Autoren so viel Zeit im »Café Central«, dass sie, wie etwa Peter Altenberg, dieses Kaffeehaus gleich als ihre Wohnadresse angaben. Was nicht verwundern darf, denn für Altenberg war das Café nicht nur Wohn- und Arbeitsraum, sondern er ließ sich auch gleich seine Wäsche und seine Post dorthin schicken. Nur schlafen durfte er hier nicht.
Einer der Spitznamen Altenbergs lautete »reicher Schnorrer«, denn trotz der Unterstützung zahlreicher Mäzene ging er immer wieder Kollegen um Geld an. So soll er eines Abends seinen Freund Karl Kraus gebeten haben: »Karl, gib mir zehn Kronen … Karl, gib mir zehn Kronen.«
Worauf sich Karl Kraus verteidigte: »Schau Peter, ich würde dir das Geld gerne geben, aber ich hab’s wirklich nicht.«
Darauf Altenberg gewohnt generös: »Ich borg’s dir.«
Glas Wasser zum Kaffee
Warum bekommen wir im Kaffeehaus eigentlich ein Glas Wasser zum Kaffee? Die Geschichte dahinter führt ins Wien des 18. Jahrhunderts – und beginnt angeblich mit einem kleinen Problem der feinen Gesellschaft.
→ Die ganze Geschichte lesen
Balzacs Kaffee
Wenn Paris schlafen ging, begann für Honoré de Balzac der Arbeitstag. Nacht für Nacht schrieb er an seiner »Comédie humaine« – angetrieben von ungeheuren Mengen Kaffee.
→ Die ganze Geschichte lesen
Kalter Kaffee macht schön
Warum soll ausgerechnet kalter Kaffee schön machen? Hinter der bekannten Redensart steckt eine Geschichte aus einer Zeit, in der blasse Haut, Schminke und sorgfältig bemalte Lippen zur vornehmen Gesellschaft gehörten.
→ Die ganze Geschichte lesen
Kaffee – 35 Kulturgeschichten für Genießer
15.32 € – 25.60 €
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Kaffee ist viel mehr als ein Getränk.
Dieses Buch erzählt in 35 Kulturgeschichten von Kaffeehäusern und Revolutionen, von Reisen, Gewohnheiten und Menschen – und davon, wie eine kleine Bohne die Welt erobert hat
Nonna erzählt über den Kaffee …
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenIch habe dieses Buch geschrieben, weil ich irgendwann gemerkt habe, wie viele Geschichten sich hinter einer einzigen Tasse Kaffee verbergen.
Geschichten von Schriftstellern und Künstlern, von alten Kaffeehäusern und fernen Ländern, von seltsamen Gewohnheiten, großen Entdeckungen und manchmal einfach von Menschen, die gerne zusammensaßen und Kaffee tranken.
35 dieser Geschichten habe ich in diesem Buch gesammelt. Und weil man über Kaffee nicht nur lesen sollte, findet ihr darin außerdem zahlreiche Rezepte zum Ausprobieren.
Wenn euch die Geschichten auf dieser Seite gefallen haben, dann findet ihr im Buch noch viele weitere.
Taschenbuch: ISBN 978-3-903388-63-5
Hardcover: ISBN 978-3-903388-64-2
Zusätzliche Informationen
| Autor | Thomas Stiegler |
|---|---|
| Verlag | Der Leiermann |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Seiten | rd. 235 |
Produktsicherheit
Herstellerinformationen
Der Leiermann
Thomas Stiegler
Badstraße 12
4710 Grieskirchen
Österreich
E-Mail: shop@der-leiermann.com





Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.